Wie gut kommt der Lkw-Parkplatz an?
Das Mobilitätszentrum Dasing nahe der A8 ist vor allem bei internationalen Fahrern beliebt.
Mit Themen wie Sprachbarrieren – oder Hunden im Cockpit – gehen die Betreiber pragmatisch um.
Mit dem Mobilitätszentrum Dasing – einem gut ausgestatteten Lkw-Parkplatz – wagte sich der Investor Hörmann-Reisen aus Rehling auf unbekanntes Terrain. Wie zufrieden sind der Geschäftsführer Philipp Hörmann und der operative Betreiber Sascha Pfannenschmidt mit der Entwicklung seit dem Start? Darüber und über die Zukunftspläne für den Parkplatz am Knotenpunkt A8 und B300 haben wir mit ihnen gesprochen. Das Ziel der beiden Macher: ein „Sechs-Sterne-Parkplatz“. Zu den Fahrern, die den Parkplatz wählen, zählen auch viele internationale Gäste. „In der ersten Zeit war die Sprachbarriere eine Herausforderung“, sagt Pfannenschmidt. Wie sich herausstellte, reichten Informationen in englischer und russischer Sprache nicht aus. Daher erstellten die Betreiber Videos, in denen beispielsweise die Bedienung der Duschen und die Bezahloptionen für das Ticket erklärt wurden. Mittlerweile wurden die Videos in verschiedene Sprachen übersetzt und Stück für Stück ergänzt. „Jeder Fahrer kann einen QRCode scannen und die Videos in seiner Sprache anschauen, ergänzt durch Texte – das kommt sehr gut an“, berichtet Pfannenschmidt. Zudem seien er und Philipp Hörmann gern persönlich vor Ort, um mit den Fahrern zu reden: „Wir wollen verstehen: Was fehlt ihnen, was brauchen sie, wir lernen da immer wieder dazu“, so Sascha Pfannenschmidt. Deutlich wurde durch das Kundenfeedback:
Den Brummi-Piloten ist es besonders wichtig, dass ein Parkplatz sauber gehalten wird. Ein externer Dienstleister übernimmt die tägliche Reinigung der Sanitäranlagen. Für Ordnung sorgen auch die Gäste selbst. Dass diese ihren Müll in die vorgesehenen Abfalltonnen werfen, nehmen die Betreiber positiv wahr.
Was bei den Lkw-Fahrern besonders gut ankommt, ist die Anbindung an Dasing und an das Freibad – etwas, was sie von den meisten Autobahn-Raststätten nicht kennen. Pfannenschmidt war zunächst überrascht, dass die Gäste gern mit dem Fahrrad oder beim Joggen die Gegend erkunden. „Das ist das Schöne an unserem Standort, dass die Fahrer vor allem am Wochenende die Zeit auch anders verbringen können, als nur auf den Beton zu starren“, findet Philipp Hörmann. Dank Kooperationen mit dem direkt angrenzenden Bauernmarkt und der Pizzeria gegenüber in Dasing profitierten die Gäste von Rabatt auf Speisen und Getränke.
All diese Vorzüge haben sich nach einer gewissen Anlaufzeit mittlerweile in der Lkw-Community herumgesprochen. „Die Zahl der Parker steigt von Monat zu Monat“, resümiert Hörmann. Im Mai waren die 73 Lkw-Stellplätze erstmals voll ausgelastet.
Dennoch haben die Betreiber anspruchsvolle Ziele: „Wir machen aus dem 5-Sterne-Parkplatz sukzessive einen 6-Sterne-Parkplatz“, kündigt Sascha Pfannenschmidt an. Ab 2027 soll das Bauunternehmen, das derzeit noch die Grünanlagen pflegt, von einem eigenen Hausmeisterteam abgelöst werden. Bereits in den nächsten drei Monaten soll ein Aufenthalts- und Kioskraum installiert werden. Dort sollen die Fahrer beispielsweise einen Kaffee oder Utensilien wie Zahnpaste und Zahnbürste kaufen können. Gleichzeitig soll ein Hundespielplatz für Fahrer, die ihr Haustier dabeihaben, eröffnen. Geplant sind zudem E-Ladesäulen und eine Wasserstofftankstelle, sowohl für den Lkw Stellplatz als auch für den Pkw-Parkplatz, die beide zum Mobilitätszentrum Dasing gehören. „Der Bauantrag wird mit unserem Partner gerade vorbereitet“, sagt Pfannenschmidt.
Denkbar ist auch ein Bau von Büro- und Praxisräumen zur Vermietung. Dass beim angrenzenden Bauernmarkt auch abends bisweilen noch Lkw aus alter Gewohnheit stehen, ist den Betreibern des Mobilitätszentrums kein Dorn im Auge. „Abends weisen sie die Fahrer an, bei uns zu parken“, so Pfannenschmidt. Die Partnerschaft mit dem Bauernmarkt sei ein gegenseitiges Geben und Nehmen.
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